Roman Wandeler und Jonas Amrhyn feiern in Heimarena ersten Kranzfestsieg
Am 106. Luzerner Kantonalen Schwingfest feiern die beiden Rottaler Roman Wandeler und Jonas Amrhyn zusammen mit Benno Heinzer einen Dreifachsieg. Das Fest nach dem Fest wurde danach so richtig lanciert. Es war der perfekte Abschluss des Schwingwochenendes in Ruswil.
Der mit Spannung erwartete Schlussgang zwischen Sven Schurtenberger und Michael Gwerder hielt sportlich nur wenige Höhepunkte bereit. Sowohl Schurtenberger als auch Gwerder agierten über weite Strecken vorsichtig und gingen kaum Risiken ein. Erst wenige Minuten vor Ablauf der Gangdauer versuchte Gwerder mit einem Wyberhaken doch noch die Entscheidung herbeizuführen, blieb damit jedoch erfolglos. Die Kampfrichter bewerteten den gestellten Gang mit der Note 8.75, womit beiden Athleten die nötigen Punkte für den Festsieg fehlten.
Drei glückliche Erben
Für die Lokalmatadoren war das Remis im Schlussgang hingegen ein Glücksfall. Mit Roman Wandeler aus Buttisholz und dem Ruswiler Jonas Amrhyn stammen zwei der drei Sieger aus dem organisierenden Schwingclub Rottal und Umgebung. Entsprechend gross war die Freude beim Heimpublikum in Ruswil. Sowohl Wandeler als auch Amrhyn durften ihren ersten Kranzfestsieg ausgerechnet vor heimischer Kulisse feiern. «Unglaublich! Wir finden noch keine Worte dafür.»
Komplettiert wurde das Siegertrio vom erst 19-jährigen Benno Heinzer aus Goldau. «Es ist einfach surreal.» Auch für ihn bedeutete der Erfolg in Ruswil den ersten Sieg an einem Kranzfest – ein besonderer Meilenstein in der noch jungen Karriere des talentierten Schwingers.
Als Siegerpreis wartete der Muni «Ford», der Roman Wandeler zugesprochen wurde. Insgesamt wurden am Luzerner Kantonalschwingfest 47 Kränze vergeben. Davon gingen 30 nach Luzern, acht in den Kanton Schwyz, drei nach Zug, vier an Schwinger aus Ob- und Nidwalden sowie zwei in die Nordostschweiz.
Ostschweizer schon früh zurückgebunden
Die beiden Kränze holten sich die vorgängigen Gast-Favoriten Samuel Giger und Domenic Schneider. Bereits am Vormittag gerieten die Ostschweizer ins Hintertreffen. Zum Auftakt trennte sich Samuel Giger von Sven Schurtenberger gestellt. Danach folgte zwar ein Erfolg gegen Josef Lustenberger, doch auch im dritten Gang musste sich Giger mit einem Unentschieden begnügen – diesmal gegen den Rottaler Samuel Schwyzer. Trotz dreier Siege am Nachmittag reichte es damit nicht mehr für die Spitzenplätze.
Auch Domenic Schneider erwischte keinen idealen Start. Gegen Michael Gwerder resultierte zunächst ein Gestellter, ehe er sich mit zwei Siegen wieder nach vorne arbeitete. Seine Hoffnungen auf den Festsieg erhielten jedoch später einen Dämpfer, als er gegen den Schwyzer Eidgenossen Silvan Appert erneut keinen entscheidenden Vorteil erzwingen konnte.
Festakt: Ehrung für Joel Wicki
Das Fest war auch nebst dem Schwingsport attraktiv gestaltet. Am Nachmittag wurde das Organisationskomitee und die 1250 Helfenden am Festakt für den reibungslosen Ablauf und den Aufwand gerühmt. Auch die Luzerner Regierungsratspräsidentin Michaela Tschuor lobte die Leistungen der Schwinger und sie bewundere den Schwingsport.
Am Ende des Festaktes wurde noch Schwingerkönig Joel Wicki geehrt. Der Sörenberger erhielt symbolisch eine goldene Heugabel. Er bedankte sich bei allen Schwingbegeisterten: «Kameradschaft, Fairness und Leidenschaft sind Werte des Schwingens - die mich immer begleitet haben. Ich danke allen, die mich unterstützt haben.»
Stolzer OK-Präsident
Bereits am Samstag duellierten sich die Nachwuchsschwinger bei strahlendem Sonnenschein und mitreissender Atmosphäre in der Arena. OK-Präsident Hansjörg Gloggner zeigte sich zum Abschluss des Wochenendes sichtlich zufrieden: «Das Wetter, die Stimmung und der attraktive Schwingsport machten das Fest hier in Ruswil unvergesslich. Ich danke allen für den unermüdlichen Einsatz!»
Das Schwingwochenende wurde zusammen mit den beiden Rottaler Sieger und den Schwingfans noch gebührend gefeiert. Und auch das Organisationskomitee stiess noch zusammen auf die gelungene Durchführung an.
Bericht: Anita von Rotz / Fotos: Tobias Meyer